{"id":355,"date":"2014-02-25T11:16:10","date_gmt":"2014-02-25T10:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.4-it.net\/?p=355"},"modified":"2014-02-25T11:18:01","modified_gmt":"2014-02-25T10:18:01","slug":"adobe-reader-xi-zentral-verwalten-gpo-customization-wizard-javascript","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.4-it.net\/?p=355","title":{"rendered":"Adobe Reader XI zentral verwalten: GPO, Customization Wizard, Javascript"},"content":{"rendered":"<p>Auf eine Reihe von Browser-Plugins und Utilities kann man auf einem PC kaum verzichten, weil sie zum \u00d6ffnen weit verbreiteter Dokumentformate ben\u00f6tigt werden. Die meisten dieser Programme sind jedoch standardm\u00e4\u00dfig auf die Nutzung durch Consumer zugeschnitten. Eines dieser Produkte ist der Acrobat Reader, der aber auch Techniken f\u00fcr das Enterprise-Deployment bietet und in der Version XI sogar GPO-Templates mitbringt.<\/p>\n<p>Der Adobe Reader geh\u00f6rt als der Standard-Viewer f\u00fcr PDFs zur Ausstattung von Millionen PCs. Der Hersteller nutzt diese Position, um damit mehrere seiner Online-Dienste zu vermarkten, indem er diese als Funktionen in die Bedieneroberfl\u00e4che einbaut. Au\u00dferdem h\u00e4lt Adobe an der h\u00e4ufig kritisierten Praxis fest, den Download per Voreinstellung mit Adware wie Toolbars oder Trial-Versionen von diverser Software zu kombinieren. Schlie\u00dflich verf\u00fcgt der Reader \u00fcber einen eigenen Update-Service, so dass jeder PC individuell aktualisiert wird.<\/p>\n<h3>Adobe Reader standardm\u00e4\u00dfig nicht firmentauglich<\/h3>\n<p>Alle diese Faktoren machen den Reader nicht gerade zu einer Software, die sich gut in eine Firmen-IT einf\u00fcgt. Weder ist dort die Installation von Adware erw\u00fcnscht, noch die Weitergabe von internen Dokumenten an nicht genehmigte Cloud-Dienste. Die eigenm\u00e4chtige Aktualisierung des Readers st\u00f6rt besonders auf Multiuser-Umgebungen wie dem Terminal-Server, vor allem wenn sie einen Neustart des Systems bewirkt.<\/p>\n<p>Adobe bietet seit einigen Versionen des Readers mehrere Tools und Techniken, um die Software besser an die Anforderungen in Unternehmen anpassen zu k\u00f6nnen. Zur neuesten Errungenschaft geh\u00f6rt die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Gruppen\u00adricht\u00adlinien. Allerdings ist der Adobe Reader damit noch weit von den M\u00f6glichkeiten einer zentralen Verwaltung entfernt, die etwa Office-Anwendungen bieten. \u00dcber GPOs lassen sich nur wenige Optionen steuern, so dass die zentrale Verwaltung weiterhin ein Nebeneinander mehrerer Tools erfordert.<\/p>\n<h3>Anpassung des Installationspakets<\/h3>\n<p>Die diversen Optionen zur zentralen Konfiguration des Produkts setzen in verschiedenen Stadien des Nutzungszyklus an. Da sich der Reader w\u00e4hrend der Laufzeit \u00fcber GPOs nur sehr eingeschr\u00e4nkt steuern l\u00e4sst, kommt der Anpassung des Installationspakets besondere Bedeutung zu. F\u00fcr diese Aufgabe ist der<em>Customization Wizard<\/em>\u00a0zust\u00e4ndig, der in der jeweils passenden Version kostenlos von der Adobe-Website\u00a0<a href=\"http:\/\/www.adobe.com\/support\/downloads\/thankyou.jsp?ftpID=5515&amp;fileID=5526\" target=\"_blank\">heruntergeladen werden<\/a>\u00a0kann.<\/p>\n<p>Bevor er sich einsetzen l\u00e4sst, muss man sich jedoch das komplette Setup-Paket f\u00fcr den Reader besorgen, weil der normale Installer auf der Download-Seite nur ein Rumpfprogramm ist, das nach seinem Aufruf die ben\u00f6tigten Dateien \u00fcber das Internet nachl\u00e4dt. Das vollst\u00e4ndige Installationspaket findet sich auf dem FTP-Server von Adobe (z.B.\u00a0<a href=\"ftp:\/\/ftp.adobe.com\/pub\/adobe\/reader\/win\/11.x\/11.0.00\/de_DE\/\" target=\"_blank\">AdbeRdr11000_de_DE.exe<\/a>\u00a0f\u00fcr die deutschsprachige Version XI f\u00fcr Windows).<\/p>\n<h3>Erstellen einer Transformationsdatei<\/h3>\n<p>Nach dem Download muss die .exe-Datei entpackt werden, weil der Customization Wizard den Zugriff auf die darin enthaltene\u00a0<em>.msi<\/em>-Datei und die<em>setup.ini<\/em>\u00a0ben\u00f6tigt. Am einfachsten geht das mit Hilfe des kostenlosen 7-Zip, alternativ sieht das Programm einen Aufruf mit dem Schalter\u00a0<em>-nos_ne<\/em>\u00a0vor (siehe dazu die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.adobe.com\/devnet-docs\/acrobatetk\/tools\/AdminGuide\/basics.html#enterprise-vs-end-user\" target=\"_blank\">Adobe-Dokumentation<\/a>).<\/p>\n<p>Alle anschlie\u00dfenden Anpassungen des Installationspakets speichert der Wizard in einer Transform File (.mst), die beim Aufspielen des Readers ben\u00f6tigt wird. Bei Bedarf lassen sich mit Hilfe mehrerer solcher Dateien verschiedene Konfigurationen in einem Unternehmen verteilen.<\/p>\n<h3>Abschalten unerw\u00fcnschter Funktionen<\/h3>\n<p>Der\u00a0<em>Customization Wizard<\/em>\u00a0bietet auf mehr als einem Dutzend Seiten zahlreiche Einstellungsm\u00f6glichkeiten, mit denen sich das Aussehen und Verhalten des Readers beeinflussen l\u00e4sst. Zu den wichtigsten Vorz\u00fcgen des Tools geh\u00f6rt, dass man damit die meisten Funktionen deaktivieren kann, die f\u00fcr Consumer gedacht sind und im Firmeneinsatz st\u00f6ren. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Anzeige des Lizenzvertrags unterdr\u00fccken<\/li>\n<li>Unbeaufsichtigte statt interaktive Installation<\/li>\n<li>Neustart von Windows nach der Installation verhindern<\/li>\n<li>Deaktivierung der Online-Services von Adobe<\/li>\n<li>Automatische Updates unterbinden<\/li>\n<li>Men\u00fcpunkt f\u00fcr den Kauf von Adobe Acrobat aus dem Hilfemen\u00fc entfernen<\/li>\n<li>Teilnahme am Programm zur Verbesserung des Readers verweigern<\/li>\n<li>Dateianh\u00e4nge und den Start der dazugeh\u00f6rigen Programme verbieten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben dem Abspecken von unn\u00f6tigen Funktionen erlaubt der Wizard die Konfiguration des Readers bis in alle m\u00f6glichen Details. Dazu z\u00e4hlen die Platzierung der Programmverkn\u00fcpfungen im Startmen\u00fc und auf dem Desktop, die Anpassung von Sicherheitsfunktionen wie die Sandbox, die Festlegung von vertrauensw\u00fcrdigen Datenquellen oder die Wahl der gew\u00fcnschten Optionen f\u00fcr das digitale Signieren von PDFs.<\/p>\n<h3>Nachtr\u00e4gliche \u00c4nderungen durch Benutzer verhindern<\/h3>\n<p>Der Wizard hilft also beim Erstellen eines ma\u00dfgeschneiderten Installationspakets, so dass der Adobe Reader in der gew\u00fcnschten Form auf die Rechner kommt. Allerdings l\u00e4sst sich mit diesem Tool danach nicht mehr beeinflussen, ob ein bestimmtes Feature verf\u00fcgbar sein soll. Immerhin sieht der Wizard bei einer ganzen Reihe von sicherheitsrelevanten Optionen die M\u00f6glichkeit vor, die nachtr\u00e4gliche Ver\u00e4nderung von Einstellungen durch den Benutzer zu verhindern.<\/p>\n<p>Das bisherige Manko, dass sich der Reader nach seiner Installation nicht mehr zentral verwalten l\u00e4sst, soll in der Version XI durch die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Gruppenrichtlinien beseitigt werden. Die daf\u00fcr angebotenen Templates liegen sowohl im alten\u00a0<em>.adm<\/em>&#8211; als auch im neueren\u00a0<em>.admx<\/em>-Format vor (wobei Letzteres nur mit einer englischen Sprachdatei ausgestattet ist). Sie k\u00f6nnen ebenfalls vom FTP-Server des Herstellers\u00a0<a href=\"ftp:\/\/ftp.adobe.com\/pub\/adobe\/reader\/win\/11.x\/11.0.00\/misc\/ReaderADMTemplate.zip\" target=\"_blank\">heruntergeladen werden<\/a>.<\/p>\n<h3>Management \u00fcber Gruppenrichtlinien<\/h3>\n<p>Nach dem Import der Dateien in die entsprechenden Verzeichnisse stehen im GPO-Editor bei der Computer- und Benutzerkonfiguration unter<em>\u00a0Administrative Vorlagen =&gt; Adobe Reader XI<\/em>\u00a0eine Reihe von Optionen zur Verf\u00fcgung, die das Programm nach seiner Installation steuern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Allerdings l\u00e4sst sich der Reader auf diesem Weg l\u00e4ngst nicht so umfangreich anpassen, wie dies vor der Installation \u00fcber den\u00a0<em>Customization Wizard<\/em>\u00a0m\u00f6glich ist. Zu den Einstellungen in den GPO geh\u00f6ren unter anderem das Ein- und Ausschalten des automatischen Updates sowie des Feedback-Programms, die Festlegung des Readers als Standard-Viewer f\u00fcr PDFs, das (De-)Aktivieren von Javascript oder des Splash-Screens beim Programmstart (Letzteres ist besonders auf dem Terminal-Server interessant).<\/p>\n<h3>Men\u00fc-Konfiguration \u00fcber Javascript<\/h3>\n<p>F\u00fcr einen Aspekt, den weder der\u00a0<em>Customization Wizard<\/em>\u00a0noch die GPO-Templates abdecken, ist Javascript zust\u00e4ndig. Es handelt sich dabei um die Anpassung der Benutzeroberfl\u00e4che, also vornehmlich um das Entfernen von Men\u00fceintr\u00e4gen. Adobe Reader bietet f\u00fcr diesen Zweck ein eigenes API, das man mit seinen Scripts ansprechen kann.<\/p>\n<p>Das f\u00fcr den Reader IX noch m\u00f6gliche Konfigurieren der Toolbar ist seit der Version X so nicht mehr m\u00f6glich, die Funktion\u00a0<em>app.hideToolbarButton()<\/em>\u00a0steht ebenso wenig zur Verf\u00fcgung wie\u00a0<em>app.listToolbarButtons()<\/em>, mit der man die Namen aller Icons auslesen kann.<\/p>\n<p>Die meisten einschl\u00e4gigen Beschreibungen im Web wie\u00a0jene auf dem <a href=\"http:\/\/blogs.adobe.com\/dmcmahon\/2009\/11\/11\/adobe-reader-how-to-disable-toolbar-buttons-and-menu-items\/\" target=\"_blank\">Adobe-Blog<\/a>\u00a0beziehen sich noch auf den Reader IX und sind teilweise obsolet. Um bestimmte Men\u00fceintr\u00e4ge auszublenden, verwendet man aber immer noch die Funktion<em>app.hideMenuItem()<\/em>.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit besteht darin, die Namen der Eintr\u00e4ge zu finden, die man der Funktion als Parameter \u00fcbergibt. Der genannte Beitrag des Adobe-Blogs enth\u00e4lt ein Script, das die gesamte Liste im Debugger anzeigt (allerdings in einer relativ un\u00fcbersichtlichen Form. Man muss jeweils den Wert hinter\u00a0<em>cName:<\/em>verwenden). Das Script reduziert sich durch den Wegfall der Toolbar-spezifischen Aufrufe auf folgende Anweisungen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><code>console.show();<br \/>\nvar menuItems = app.listMenuItems()<br \/>\nfor(var i in menuItems)<br \/>\nconsole.println(menuItems + \"\\n\");<\/code><\/p>\n<p>Man speichert sie in einer Datei mit einem halbwegs aufschlussreichen Namen (etwa\u00a0<em>ListItems.js<\/em>) und kopiert diese unterhalb des Installationsordners in das Verzeichnis\u00a0<em>Reader 11.0\\Reader\\Javascript<\/em>. Nach dem n\u00e4chsten Start des Adobe Reader \u00f6ffnet sich die Javascript-Konsole, aus dem der man die Men\u00fcnamen extrahieren kann.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend stellt man eine Liste nach diesem Muster zusammen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><code>app.hideMenuItem(\"SaveAsSubmenu\");<br \/>\napp.hideMenuItem(\"Clear\");<br \/>\n\u2026<\/code><\/p>\n<p>und legt sie ebenfalls als .js-Datei im Javascript-Verzeichnis ab.<\/p>\n<h3>Verteilung der Javascript-Dateien<\/h3>\n<p>Bei einem zentralen Management des Readers stellt sich nur noch die Frage, wie man die Javascript-Dateien in das Programmverzeichnis aller PCs bekommt. Eine M\u00f6glichkeit daf\u00fcr bietet der\u00a0<em>Customization Wizard<\/em>, dem man unter dem Punkt\u00a0<em>Files and Folders<\/em>\u00a0zus\u00e4tzliche Dateien f\u00fcr die Installation mitgeben kann.<\/p>\n<p>Wenn man jedoch nach der Installation die Men\u00fcs \u00e4ndern will, dann muss man auf eine andere Technik zur\u00fcckgreifen. Hier empfehlen sich die Group Policy Preferences, mit denen sich\u00a0Konfigurationsdateien von zentraler Stelle aus verteilen\u00a0lassen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/f5160be70eb9433187987242ac5c2860\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>Quelle:\u00a0http:\/\/www.windowspro.de\/wolfgang-sommergut\/adobe-reader-xi-zentral-verwalten-customization-wizard-gpo-javascript<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf eine Reihe von Browser-Plugins und Utilities kann man auf einem PC kaum verzichten, weil sie zum \u00d6ffnen weit verbreiteter Dokumentformate ben\u00f6tigt werden. Die meisten dieser Programme sind jedoch standardm\u00e4\u00dfig auf die Nutzung durch Consumer zugeschnitten. 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